Von EnPI über M-Bus bis ISO 50001 – hier finden Energiemanager, Entscheider und Interessierte schnelle, praxisnahe Definitionen ohne Fachjargon-Ballast.
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Der Übergabepunkt, an dem elektrische Energie vom Netzbetreiber an den Kunden geliefert wird. Je nach Unternehmensgröße erfolgt die Einspeisung auf Nieder-, Mittel- oder Hochspannungsebene. Die Abnahmestelle ist Grundlage für die Abrechnung und für das Messkonzept im Energiemanagementsystem.
Der Zeitraum, nach dem eine Investition – etwa in Energiemanagementsoftware oder Messtechnik – durch erzielte Einsparungen vollständig refinanziert ist. Bei EMS-Projekten im Mittelstand liegt die Amortisationszeit häufig bei 12–36 Monaten, insbesondere wenn BAFA-Förderungen berücksichtigt werden.
Der verbrauchsabhängige Anteil des Strompreises, gemessen in Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh). Er wird auf die tatsächlich entnommene Energiemenge berechnet und bildet neben dem Leistungspreis die zweite Hauptkomponente der Stromrechnung für Gewerbe- und Industriekunden.
Die zuständige Bundesbehörde für die Bearbeitung und Auszahlung von Energieeffizienz-Förderprogrammen. Das BAFA verwaltet u. a. das Programm BEW (Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft) und führt Stichprobenkontrollen zur Einhaltung der Energieauditpflicht durch.
→ BAFA-Förderung im DetailDas zentrale staatliche Förderprogramm für Energieeffizienz-Investitionen in Unternehmen. BEW ist in vier Module gegliedert: Modul 1 (Querschnittstechnologien), Modul 2 (erneuerbare Wärme), Modul 3 (EMS-Software und Messtechnik) und Modul 4 (Prozessoptimierung). Fördersätze: 25 % (Großunternehmen) bis 45 % (kleine Unternehmen).
→ BEW Modul 3 für EMS-SoftwareEine Anlage zur gleichzeitigen Erzeugung von elektrischer Energie und Wärme (Kraft-Wärme-Kopplung). BHKWs werden dezentral beim Verbraucher betrieben, um Übertragungsverluste zu minimieren. Im Energiemanagementsystem werden sowohl Eigenverbrauch als auch Einspeisung des BHKW erfasst und bilanziert.
Blindleistung ist der Anteil der elektrischen Energie, der zwischen Generator und Verbraucher hin- und herpendelt, ohne in Nutzarbeit umgewandelt zu werden. Sie entsteht vor allem bei induktiven Lasten (Motoren, Transformatoren). Netzbetreiber verrechnen übermäßige Blindleistung über den Leistungsfaktor (cos φ). Durch Kondensatorbatterien lässt sich Blindleistung kompensieren und damit die Stromrechnung senken.
Maßeinheit zur Bewertung der Klimawirkung verschiedener Treibhausgase (CO₂, Methan, Lachgas etc.) in Relation zu CO₂. Im Energiemanagementsystem können Verbrauchsdaten automatisch in CO₂-Emissionen umgerechnet werden – wichtig für ESG-Berichte, Nachhaltigkeitsberichte und ISO 50001-Auditoren.
Europäische Norm, die Anforderungen an Energieaudits festlegt. Unternehmen, die zur Energieauditpflicht nach EDL-G verpflichtet sind, müssen alle vier Jahre ein Audit nach DIN EN 16247-1 durchführen lassen. Das Audit identifiziert Einsparpotenziale und bildet häufig die Grundlage für eine spätere ISO 50001-Zertifizierung.
→ DIN EN 16247 im DetailDas Gesetz über Energiedienstleistungen und andere Energieeffizienzmaßnahmen verpflichtet Nicht-KMU in Deutschland zur regelmäßigen Durchführung von Energieaudits nach DIN EN 16247-1 (alle vier Jahre). Unternehmen mit einem zertifizierten Energiemanagementsystem (ISO 50001) oder EMAS-Registrierung sind von der Auditpflicht befreit.
Das zentrale Gesetz zur Förderung erneuerbarer Energien in Deutschland. Es regelt u. a. Einspeisevergütungen für PV- und Windanlagen sowie die EEG-Umlage für Stromverbraucher. Für Industriebetriebe mit hohem Eigenverbrauch aus erneuerbaren Quellen enthält das EEG Ausnahmeregelungen (Eigenversorgungsprivileg).
Ein freiwilliges EU-Umweltmanagementsystem, das über die Anforderungen von ISO 14001 hinausgeht. EMAS-registrierte Unternehmen sind von der Energieauditpflicht nach EDL-G befreit. Die Einführung eines Energiemanagementsystems nach ISO 50001 lässt sich gut mit einer EMAS-Registrierung kombinieren.
Eine systematische Analyse des Energieeinsatzes und -verbrauchs in einem Unternehmen. Ziel ist die Identifikation von Einsparpotenzialen. Das Audit wird von akkreditierten Auditoren durchgeführt, dokumentiert Energieflüsse, vergleicht Verbrauchsdaten und empfiehlt priorisierte Maßnahmen. Nach DIN EN 16247-1 alle vier Jahre für Nicht-KMU verpflichtend.
→ Energieaudit DIN EN 16247Das Verhältnis zwischen erreichtem Nutzen (Produkte, Dienstleistungen, Komfort) und dafür eingesetzter Energiemenge. Je höher die Energieeffizienz, desto weniger Energie wird pro Einheit Output verbraucht. Energieeffizienz ist das Kernziel von ISO 50001 und Alligator Analytica misst sie über Energieleistungsindikatoren (EnPI).
Eine Kombination aus organisatorischen Prozessen und technischer Software zur systematischen Erfassung, Analyse und Optimierung des betrieblichen Energieverbrauchs. Ein normkonformes EMS nach ISO 50001 umfasst Messkonzept, Energiepolitik, EnPIs, Aktionspläne und kontinuierliche Verbesserung. Alligator Analytica ist eine BAFA-gelistete EMS-Softwarelösung.
→ Alligator EMS-SoftwareEin quantitativer Wert, der die Energieeffizienz eines Unternehmens, eines Prozesses oder einer Anlage beschreibt. Beispiele: kWh pro Tonne produzierter Ware, kWh pro Quadratmeter Gebäudefläche, kWh pro Fahrzeugkilometer. EnPIs sind das zentrale Steuerungs- und Bewertungsinstrument in ISO 50001 und werden kontinuierlich im EMS überwacht.
→ ISO 50006: EnPI-MethodikEin zentrales System zur Überwachung und Steuerung gebäudetechnischer Anlagen wie Heizung, Lüftung, Klimatisierung (HVAC), Beleuchtung und Zutrittskontrolle. Im Energiemanagement liefert die GLT über standardisierte Protokolle (BACnet, Modbus) Verbrauchsdaten an das EMS. Alligator Analytica unterstützt die Integration gängiger GLT-Systeme.
Die internationale Norm für Energiemanagementsysteme (EMS). Sie definiert einen Plan-Do-Check-Act-Zyklus (PDCA) für kontinuierliche Energieeffizienzverbesserung. Zertifizierte Unternehmen sind von der Energieauditpflicht nach EDL-G befreit und haben Anspruch auf reduzierte Energie- und Stromsteuern (§ 55 EnergieStG, § 10 StromStG). ISO 50001 ist Voraussetzung für BAFA BEW-Förderung.
→ ISO 50001 im DetailNorm für Anforderungen an Stellen, die Energiemanagementsysteme zertifizieren. Sie stellt sicher, dass Zertifizierungsstellen kompetent, unparteiisch und konsistent arbeiten. Unternehmen sollten bei der Auswahl ihres Zertifizierers auf eine Akkreditierung nach ISO 50003 achten – nur dann ist die Zertifizierung für BAFA-Zwecke anerkannt.
→ Alle relevanten NormenLeitfaden zur Messung der Energieleistung mithilfe von Energiebaselines (EnB) und Energieleistungsindikatoren (EnPI). ISO 50006 beschreibt, wie Referenzwerte korrekt festgelegt, EnPIs berechnet und Anpassungen für veränderte Betriebsbedingungen (Produktion, Witterung) vorgenommen werden.
→ ISO 50006 im DetailNorm zur Messung und Verifizierung der Energieleistung in Organisationen. Sie beschreibt, wie erzielte Energieeinsparungen korrekt gemessen, dokumentiert und verifiziert werden – wichtig für die Nachweisführung bei BAFA-Förderanträgen und für das Reporting gegenüber Auditoren.
→ ISO 50015 im DetailTechnologie zur gleichzeitigen Erzeugung von elektrischer Energie und nutzbarer Wärme aus einem Energieträger (Erdgas, Biogas, Wasserstoff). KWK-Anlagen erreichen Gesamtwirkungsgrade von 80–90 %, verglichen mit 35–45 % bei getrennter Erzeugung. Im EMS werden KWK-Erzeugungs- und Verbrauchsdaten präzise bilanziert.
Eine Lastspitze ist der kurzfristige Höchstwert der abgerufenen elektrischen Leistung (gemessen als 15-Minuten-Mittelwert). In der Grundversorger-Abrechnung bestimmt die höchste Lastspitze eines Jahres den Leistungspreis – auch wenn sie nur einmal auftrat. Durch aktives Lastmanagement (gestaffelte Motoranlaufzeiten, Absenkung während Spitzenlastzeiten) lassen sich Lastspitzen erheblich reduzieren.
→ Lastspitzenmanagement in der LogistikDer leistungsabhängige Anteil des Stromtarifs für Industrie- und Gewerbekunden, berechnet in Euro pro Kilowatt (€/kW) der gemessenen Jahreshöchstlast. Der Leistungspreis kann bei Industriekunden 30–50 % der Gesamtstromkosten ausmachen. Durch Lastspitzenmanagement lässt sich der Leistungspreis dauerhaft senken.
Ein europäischer Standard (EN 13757) für die Fernauslesung von Verbrauchszählern – Strom, Gas, Wärme, Wasser. M-Bus ermöglicht die kabelgebundene Auslesung von bis zu 250 Zählern über eine Zweidrahtleitung bei geringem Energiebedarf. Weit verbreitet in Gebäudeautomation und Energiemanagementsystemen. Alligator Analytica unterstützt M-Bus nativ.
Der strukturierte Plan, der festlegt, welche Energieträger an welchen Stellen im Unternehmen gemessen werden, mit welcher Genauigkeit, in welchem Intervall und über welche Protokolle. Ein gutes Messkonzept ist die Grundlage jedes ISO 50001-konformen EMS. Alligator Analytica entwickelt Messkonzepte gemeinsam mit dem Kunden und passt sie bei Bedarf an.
Ein Gerät, das Messwerte von Sensoren und Zählern automatisch in definierten Zeitintervallen erfasst und speichert. Moderne Datalogger übertragen Daten per GPRS, LTE oder Ethernet an ein zentrales EMS. Das Alligator-Gateway „Alligate" fungiert als intelligenter Datalogger mit integrierter Datenaufbereitung.
→ Alligator Hardware (Alligate-Gateway)Ein weit verbreitetes industrielles Kommunikationsprotokoll zur Abfrage von Messwerten aus speicherprogrammierbaren Steuerungen (SPS), Frequenzumrichtern, Energiezählern und anderen Feldgeräten. Modbus RTU läuft über RS-485, Modbus TCP/IP über Ethernet-Netzwerke. Alligator Analytica unterstützt Modbus RTU und Modbus TCP/IP.
Ein leichtgewichtiges Publish-Subscribe-Protokoll für die IoT-Kommunikation. MQTT eignet sich für Umgebungen mit geringer Bandbreite und ist der De-facto-Standard für smarte Sensoren, industrielle IoT-Gateways und Cloud-Anbindungen im Energiemanagement. Alligator Analytica unterstützt MQTT für die Integration moderner IoT-Sensoren.
Klassifizierung elektrischer Netze nach Spannungsebene. Niederspannung (bis 1 kV) für kleine Unternehmen und Haushalte; Mittelspannung (1–110 kV) für mittelgroße Industriebetriebe mit eigenem Transformator; Hochspannung (ab 110 kV) für Großindustrie und Übertragungsnetze. Die Spannungsebene bestimmt Tarife, Messanforderungen und Netzentgelte.
Ein plattformunabhängiges industrielles Kommunikationsprotokoll, das Maschinen-, Prozess- und Energiedaten aus Steuerungssystemen (SPS, SCADA) in standardisierter Form bereitstellt. OPC-UA gilt als das wichtigste Protokoll für Industrie 4.0-Datenintegration. Alligator Analytica unterstützt OPC-UA für die nahtlose Anbindung von Produktionsanlagen.
Technologie zur direkten Umwandlung von Sonnenlicht in elektrische Energie. Im betrieblichen Energiemanagement werden PV-Ertrag, Eigenverbrauch und Netzeinspeisung präzise erfasst und bilanziert. Ein EMS erkennt, wann Eigenverbrauch maximiert oder Lastspitzen durch PV-Überschuss gedeckt werden können.
Ein System zur Überwachung und Steuerung industrieller Prozesse in Echtzeit. SCADA-Systeme erfassen Messdaten aus verteilten Anlagen (Sensoren, SPS) und visualisieren sie zentral. Im Energiemanagement liefern SCADA-Systeme Prozessdaten, die über OPC-UA oder Modbus in das EMS integriert werden, um EnPIs produktionsnah zu berechnen.
Ein moderner Stromzähler mit digitaler Kommunikationsfunktion (Gateway + Zähler), der Verbrauchsdaten in Echtzeit an Netzbetreiber und Verbraucher übermittelt. Smart Meter sind für Anschlüsse ab 6.000 kWh/Jahr Pflicht (Smart Meter Rollout nach MsbG). EMS-Software wie Alligator Analytica kann Smart-Meter-Daten direkt verarbeiten.
Ein industrieller Steuerungscomputer, der Maschinen und Fertigungsprozesse in Echtzeit steuert. SPSen liefern über Protokolle wie Modbus, OPC-UA oder Profibus wertvolle Prozess- und Energiedaten an das Energiemanagementsystem – zum Beispiel Druckluftkompressor-Laufzeiten oder Ofentemperaturen.
Aktive Steuerung von Stromverbrauchern, um kurzfristige Leistungsspitzen zu vermeiden oder zu reduzieren. Typische Maßnahmen: zeitgestaffelter Anlauf großer Motoren, temporäre Absenkung von Kühlsystemen, Verschiebung flexibler Lasten. Ein gutes EMS zeigt Lastspitzen in Echtzeit und ermöglicht automatische Alarmierungen bei Grenzwertüberschreitung.
Nachgelagerte Zähler, die den Energieverbrauch einzelner Anlagen, Maschinen, Gebäudeteile oder Abteilungen separat erfassen. Subzähler sind Grundlage für eine verursachergerechte Kostenverteilung und für die granulare Ableitung von EnPIs auf Prozessebene. Je mehr Subzähler vorhanden sind, desto präziser kann ein EMS Einsparpotenziale lokalisieren.
Das grundlegende Kommunikationsprotokoll des Internets und moderner Unternehmensnetzwerke. Im industriellen Energiemanagement ermöglicht TCP/IP die Übertragung von Messdaten über Ethernet-Netzwerke (z. B. Modbus TCP, OPC-UA, MQTT over TCP). Das Alligator-Gateway kommuniziert SSH-verschlüsselt über TCP/IP mit dem zentralen Rechenzentrum.
Die VDI-Richtlinie 3922 beschreibt Anforderungen an Energiemonitoringsysteme in der Industrie – von der Datenerfassung über die Visualisierung bis zur Auswertung. Sie dient als Planungsgrundlage für die Einführung von EMS-Software und definiert Qualitätskriterien für Messdaten und Reporting.
→ VDI 3922 im DetailDas Verhältnis von nutzbarer Ausgangsenergie zu zugeführter Eingangsenergie, angegeben in Prozent. Ein Elektromotor mit 95 % Wirkungsgrad wandelt 95 % der zugeführten elektrischen Energie in mechanische Arbeit um. Im EMS ist der Wirkungsgrad ein zentraler EnPI für Maschinen und Anlagen – Verschlechterungen zeigen Wartungsbedarf an.
Der Zählerschrank enthält den Hauptzähler, der die gesamte vom Netz bezogene Energie erfasst, sowie Schutzeinrichtungen und Verteilungselemente. Der Hauptzähler ist der erste und wichtigste Messpunkt im betrieblichen Energiemanagementsystem. Er liefert die Gesamtverbräuche, die dann über Subzähler auf Verbrauchsgruppen aufgeteilt werden.
Alligator Analytica verbindet all diese Konzepte in einer Plattform: Messkonzept, EnPI-Tracking, ISO 50001-Dokumentation und BAFA-fähiges Reporting – alles in einem System.